Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr unterstützt bei Aufräumungsarbeiten

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Einsatzdatum: 11. November 2015, ca. 12 Uhr   Einsatzstichwort: Explosion_Druckgefaesszerknall  
Eingesetzte Einheiten: Feuerwehren Pr. Oldendorf, Lübbecke, Stemwede, Espelkamp und Minden; Rettungsdienst Kreis Minden-Lübbecke, DRK Altkreis Lübbecke (Einsatzeinheit 3), THW

In der Ortschaft Bad Holzhausen im benachbarten Preußisch Oldendorf ist am Mittwochmittag eine Doppelhaushälfte am Lerchenweg explodiert und dabei komplett zerstört worden. Ein Mensch wurde bei dem Unglück getötet. Ein Großaufgebot von mehr als 250 Einsatzkräfte aus dem ganzen Kreisgebiet war dabei im Einsatz.

Gegen 12 Uhr erschütterte eine heftige Detonation ein Doppelhaus im Lerchenweg. In deren Folge wurde eine Doppelhaushälfte komplett zerstört und die andere stark in Mitleidenschaft gezogen. In dieser befand sich zum Zeitpunkt der Explosion ein Ehepaar mit vier Kindern. Sie konnten das Haus wohlbehalten verlassen. Der Aufenthaltsort des 41-jährigen Besitzers der zerstörten Doppelhaushälfte gilt noch als unbekannt. Im weiteren Einsatzverlauf wurde jedoch eine Leiche unter den Trümmern gefunden. Mutmaßlich handelt es sich dabei um die vermisste Person. Ein im Obergeschoss des zerstörten Haus gemeldetes Pärchen (25 und 26), war während des Unglücks nicht anwesend. Sieben umliegende Häuser wurden erheblich beschädigt und sind derzeit unbewohnbar.

Für die Suche nach Vermissten in dem Trümmerfeld und zur Sicherung der zerstörten Häuser wurde schweres Gerät des Technisches Hilfswerkes (THW) eingesetzt. Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Espelkamp kam mit neun Einsatzkräften an der stehengebliebenen Doppelhaushälfte zum Einsatz, um das Objekt soweit abzusichern, dass bei der Suche eingesetze Einsatzkräfte nicht durch herabfallende Trümmer (Dachpfannen, Verkleidungen, Holzbalken)  gefährdet wurden. Der Einsatz einer Drehleiter oder Teleskopmastes war nicht möglich.

Die Feststellung der Identität des Leichnams genießt gegenwärtig für die Ermittler eine hohe Priorität. Die für Donnerstag geplante Fortsetzung der Spurensuche und der Ermittlungsarbeit zur Feststellung der Ursache für die Detonation wurde zunächst ausgesetzt. Der Explosionsort ist weiterhin beschlagnahmt. Zwischenzeitlich sind die Beamten der Bielefelder Mordkommission unter anderem damit beschäftigt, DNA-Material des 41-Jährigen für Vergleichszwecke zu sichern. Außerdem werden von den Ermittlern Baupläne und Bilder der ehemaligen Doppelhaushälfte beschafft, um sich anhand der Unterlagen einen Eindruck von dem ehemals existenten Haus machen zu können. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln weiterhin in alle Richtungen.

Nachtrag 26.11.2015: Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft und Mordkommission Bielefeld sind auch die letzten Zweifel an der Identität des in den Trümmern gefundenen Leichnams für die Ermittlungsbehörden beseitigt. Bei dem Toten handelt es sich eindeutig um den 41-jährigen Hausbesitzer. Dies ergab ein in dieser Woche von den Gerichtsmedizinern in Münster durchgeführter DNA-Abgleich. Bereits nach der Obduktion der Leiche am Freitag vergangener Woche hatten Staatsanwaltschaft und Mordkommission keine vernünftigen Zweifel an der Identifizierung des Mannes. Die Ermittlungen der Bielefelder Mordkommission ergaben zweifelsfrei, dass der Hausbesitzer die Explosion vorsätzlich mit dem Ziel des Suizids vorbereitet und ausgeführt hat. Dabei hat er sich mit einer Waffe noch selbst gerichtet. Zu den Ermittlungsergebnissen zählt zudem, dass sich der Mann zuvor an einer Tankstelle größere Mengen an Benzin besorgt hatte. Außerdem hatte er auf der hinuntergelassenen Jalousie eines Fensters seines Hauses den Hinweis "Vorsicht Gas" in großen Buchstaben geschrieben.
Inzwischen wird der Schaden auf rund 2 Millionen Euro beziffert. 20 Häuserwurden beschädigt. Zwei der Häuser müssen vermutlich abgerissen werden.

 

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