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Es gibt weiterhin keine Rechtsgrundlage für "Kinderfeuerwehren" in NRW. Ein Gesetzentwurf der CDU-Fraktion wurde am 6.Juni 2013 im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mit den Stimmen von SPD und Grüne abgelehnt. 

 

Die Feuerwehren in Nordrhein-Westfalen haben ein Nachwuchsproblem. Zu wenige Jugendliche interessieren sich für diese Berufsgruppe und engagieren sich zu auch zu selten in den Jugendfeuerwehren. 

Doch woran liegt das? Sind andere Freizeitbeschäftigungen attraktiver, wie beispielsweise Fussball oder Basketball? Oder ist es die mangelnde Anziehungskraft der Feuerwehr? Die CDU sieht das Problem eher in den politischen Rahmenbedingungen. Im bevölkerungsreichsten Bundesland liegt das Eintrittsalter in die Jugendfeuerwehr bei 10 Jahren. Dies ist nach Ansicht der CDU Landtagsfraktion zu spät. Bis zu diesem Alter würden sich Jugendliche bereits in anderen Vereinen oder Organisationen engagieren argumentiert die Oppositionspartei.

Das wollte die CDU-Fraktion aber nun durch einen Gesetzesentwurf ändern. Im Rahmen einer Kinderfeuerwehr müssten Kinder ab sechs Jahren „an die Tätigkeiten der Freiwilligen Feuerwehr herangeführt werden.“ heisst es im Gesetzesentwurf. Zentral ist dabei, dass die teilnehmenden Kinder über die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen abgesichert sind. Die momentan bestehenden Kinderfeuerwehre müssen privat finanziert werden. "Angesichts sinkender Mitgliederzahlen warten die Freiwilligen Feuerwehren händeringend auf eine entsprechende Gesetzesänderung", betonte betonte CDU-Innenexperte Theo Kruse in einer Mitteilung. 

Nach Ansicht der SPD lässt der CDU-Entwurf viele Fragen offen, etwa wie das Land die Arbeit solcher Gründungen unterstützt und wie Feuerwehrleute für die besondere Arbeit mit kleinen Kindern pädagogisch geschult werden. Eine Kinderfeuerwehr könne "ein Baustein von vielen" sein.

Darüber solle in einem breiteren Rahmen mit den Feuerwehren beraten werden, sagte Thomas Stotko, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Auch die Grünen betonten, sie wollten das Thema nicht isoliert angehen, sondern im Rahmen einer größeren Reform im Herbst.