Komm, ich zeig's dir

Feuerwehr stellt Info-Flyer vor

 

 

Vor wenigen Tagen stellte die Feuerwehr Espelkamp ihren neuen Info-Flyer vor. In einem Presseinterview erläuterte der Leiter der Feuerwehr Espelkamp, Reiner Hußmann, die Ziele, die die Wehr mit diesem ungewöhnlichen Weg der Mitgliederwerbung für eine Feuerwehr verfolgt.

Herr Hußmann, warum braucht die Feuerwehr einen Werbe-Flyer?“

R. Hußmann: „Der demoskopische Faktor macht auch vor der Feuerwehr nicht halt. Wie viele andere Vereine und Institutionen müssen auch wir uns intensiv um Nachwuchs bemühen. Der jetzt vorgestellte Flyer ist dabei aber nur ein Baustein von vielen bei unseren Aktivitäten:“

„Müssen die Bürger Espelkamp sich Sorgen machen, dass die Feuerwehr bald nicht mehr personell ihren Aufgaben erfüllen kann?“

R. Hußmann: „Nein, da kann ich beruhigen. Die Feuerwehr Espelkamp ist im Gegensatz zu vielen anderen Wehren personell noch sehr gut aufgestellt. Aber es geht darum rechtzeitig die Weichen richtig zu stellen. Die Freiwilligen Feuerwehren, die rund 80 Prozent des Feuerwehr-Personals in Nordrhein-Westfalen stellen, verlieren jährlich rund 2000 Leute. Unsere Wehr konnte im vergangenen Jahr die Zahl ihrer Einsatzkräfte dagegen sogar geringfügig steigern. Wir brauchen aber trotzdem mittelfristig mehr Frauen und Männer, die sich für die Feuerwehrarbeit interessieren.“

Was ist der Grund für den landesweiten Personalrückgang; ist den jungen Leuten die Feuerwehrarbeit zu gefährlich oder zu langweilig? Oder ist es nicht mehr ‘In‘ , sich für die Allgemeinheit zu engagieren?“

R. Hußmann: „Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Der angesprochene demografische Wandel oder die heutige Flut von Angeboten sich zu engagieren, sind nur einige Schlagworte. Dabei konkurrieren die Feuerwehren aber nicht nur mit Sportvereinen oder anderen Freizeiteinrichtungen, sondern auch mit den Zeitkontingenten der Jugendlichen, der Hauptzielgruppe für die Feuerwehr. Eine kürzlich veröffentlichte Forschungsarbeit hat aufgezeigt, dass Zeitkonkurrenz zwischen freiwilligem Engagement, Schule und Beruf und anderen Aktivitäten stark zugenommen hat. In der noch bleibenden Freizeit beschäftigen sich Jugendliche ausgiebig mit elektronischen Medien, unternehmen etwas mit Freunden oder tun ‘etwas Kreatives‘. Gerade der ‘Zeitaufwand‘ wird in den nächsten Jahren ein Thema sein, dem wir uns als Feuerwehren stellen müssen.“

„Können Sie das an einem Beispiel erklären?“

R. Hußmann: „Die komprimierten Ausbildungszeiten in der Schule wie z.B. Ganztagsschulen, Abitur nach Klasse 12, Beruf und Studium scheinen sich ungünstig auf das freiwillige Engagement auszuwirken. Findet eine Jugendliche oder ein Jugendlicher dennoch den Weg in die Freiwillige Feuerwehr, werden sie auch hier mit einer zeitaufwändigen Ausbildung konfrontiert. 160 Stunden Grundlehrgang, Atemschutzgeräteträger- und Sprechfunklehrgang, und dies nach Möglichkeit alles in zwei Jahren, stellen die Teilnehmer teilweise vor große Herausforderungen.“

Heißt das, die Feuerwehr kann nur technisch qualifizierte junge Leute gebrauchen?“

R. Hußmann: „Nein! Wie wir es in unserem Faltblatt deutlich herausgestellt haben, ist es unwichtig, welche Ausgangsbedingungen Frau oder Mann mitbringt. Egal ob Akademiker, Handwerker oder Hausfrau - auf jeden warten interessante Aufgaben bei uns. Ich hoffe, der Flyer macht neugierig auf spannende und interessante Feuerwehrarbeit zum Wohle der Bürginnen und Bürger unserer Stadt!“  

 

Der Flyer ist im Rathaus Espelkamp und einigen anderen öffentlichen Gebäuden ausgelegt. Des Weiteren kann er auf dieser Seite unter Download/Sonstiges heruntergeladen werden.