Einsatzübung "Brand in einem Industriebetrieb"

 

 

 

Am Sonntag, dem 07.10.2007 stand für die Mitglieder des Zuges Mitte im Rahmen des Sonntagdienstes eine Übung auf Zugebene auf dem Dienstplan. Im Industriegebiet Nordwest wurde der Löschzug Mitte zu einem Schadensfeuer in einem metallverarbeitenden Betrieb gerufen. Durch eine Leckage einer Hydraulikleitung einer CNC-Maschine, hatte sich Hydrauliköl an selbiger entzündet. Hierdurch kam es zu einer starken Rauchentwicklung, zudem wurde ein Mitarbeiter vermisst.
Das TLF 24/50 sowie der ELW 1 waren die ersten Fahrzeuge, die bereits innerhalb kürzester Zeit an der Einsatzstelle eintrafen. Die Einsatzleitung übernahm der Zugführer BOI Niels Voss, während sein Stellvertreter BI Jörn Sablotny im ELW 1 die zentrale Atemschutzüberwachung ausführte.
Der Angriffstrupp des TLF 24/50 ging mittels Schaumpistole unter Atemschutz zur Menschenrettung in das Objekt vor, die mittlerweile eingetroffenen Fahrzeuge Tro-TLF 16 und die LF 8 unterstützten dabei. Insgesamt kamen im Rahmen der Übung fünf Trupps unter Atemschutz zum Einsatz, nach der erfolgreichen Menschenrettung ging man mit vereinten Kräften daran eine konzentrierte Brandbekämpfung durchzuführen. Hierbei erwies sich abermals die Vornahme der Wärmebildkamera als unverzichtbare Maßnahme bei der Menschenrettung und der Brandbekämpfung.
Um die Übung für die vorgehenden Atemschutztrupps so realistisch wie nur möglich zu gestalten, simulierte man die komplette Verrauchung des Industriebetriebes, indem man die Sichtscheiben der Atemschutzmasken der eingesetzten Trupps mit Plastiktüten beklebte. HBM Dirk Klockenbrink „betreute“ die mit Nullsicht versehenen Trupps während des Vorgehens im Gebäude.
Ein Trupp geriet während der Brandbekämpfung im Gebäude in eine Notlage, so dass der vor dem Objekt vorsorglich in Stellung gebrachte Sicherungstrupp eingreifen musste. Unter Zuhilfenahme einer Rettungsmulde wurde der in Not geratene Trupp aus dem Gebäude verbracht.
Die Drehleiter setzte das Wenderohr zur Brandbekämpfung ein, im Rahmen der Übung wurde die DLK jedoch etwas weiter abseits vom Gebäude in Stellung gebracht, um die im Einsatz befindlichen Kameraden nicht unnötig von oben zu „berieseln“.
Währenddessen war die Besatzung des RW 2 damit beschäftigt, ein Be- und Entlüftungsgerät in Stellung zu bringen. Dieses Gerät wird jedoch heutzutage eher selten eingesetzt, da der Feuerwehr Espelkamp mittlerweile auch andere Überdrucklüfter zur Verfügung stehen. Um aber trotzdem den Umgang mit dem selten genutzten Be- und Entlüftungsgerät zu trainieren, wurde angenommen dass alle zur Verfügung stehenden Überdrucklüfter defekt sind. Hierbei hat sich gezeigt, dass das Gerät „alter Bauart“ auch heute noch einen sehr hohen Wirkungsgrad erzielt.
Die Wasserversorgung aller im Einsatz befindlichen Löschfahrzeuge wurde durch das LF 16TS abgewickelt, hierbei stellte sich heraus, das der animierte Überflurhydrant welcher sich der Nähe des Objektes befand,  ausreichend Löschwasser lieferte.
Nach einer guten dreiviertel Stunde konnte schließlich „Feuer aus“ vermeldet werden. Nach dem Abbau und der Verlastung aller im Einsatz befindlichen Gegenstände, erfolgte die Einsatznachbesprechung.
Als sehr positiv erwies sich die zentral geführte Atemschutzüberwachung und die damit verbundene bessere Übersichtlichkeit. Bislang wurde diese immer von jedem Fahrzeug durchgeführt. Ferner hat sich der Einsatz von farbigen Westen, welche von den jeweiligen Fahrzeugführern zur besseren Kennzeichnung an der Einsatzstelle dienen, als sehr nützlich erwiesen. Die Fahrzeugführer sind damit schnell erkennbar und eindeutig einem Fahrzeug zuzuordnen, langes und unnötiges Suchen und eine zusätzlich Belastung des Funkverkehrs an der Einsatzstelle entfällt somit.
Das Vorgehen der eingesetzten Angrifftrupps unter Atemschutz klappte gut, jedoch sprach man sich dafür aus weiterhin, das Vorgehen unter Atemschutz auch zukünftig weiterhin intensiv zu trainieren. Hierbei genießt die Ausbildung höchste Priorität, kommt es doch leider immer wieder (bundesweit) zu Unfällen mit weitreichenden Folgen für die eingesetzten Feuerwehrkameraden. Das Vorgehen im so genannten Innenangriff unter Atemschutz ist eine der gefährlichsten Aufgaben im Feuerwehrdienst.
 

 

 

Zum Vergrößern auf Bild klicken