Räumungsübung "Schloss Benkhausen"

Erfolg in der Werkstatt Benkhausen an einem schwarzen Fußballfreitag

Für die Verantwortlichen war es genauso spannend wie der Ausgang des zweiten Spiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Im Gegensatz zur bitteren Niederlage in Südafrika, gab es in Benkhausen einen Erfolg auf breiter Front: „Ihr habt alle Aufgaben hervorragend gelöst. Nach sieben Minuten waren alle Menschen raus", bedankte sich Zugführer Brandoberinspektor Michael Dresing bei den 25 Mitgliedern der Löschgruppen Fabbenstedt und Gestringen. Sie wussten zwar von Anfang an, dass es eine Räumungsübung in der Betriebsstätte Benkhausen der Wittekindshofer Werkstätten ist. Aber es gab viele Unbekannte. Wie würden die rund 100 behinderten Beschäftigten auf den Rauch in der Werkstatt, das Martinshorn und die Atemschutzgeräteträger reagieren? „Die großen roten Feuerwehrfahrzeuge üben auf die einen eine magische Anziehungskraft aus. Andere bekommen Angst, wenn sie das Alarmsignal hören", erklärt Hauptbrandmeister Volker Dau, der regelmäßig zweimal im Jahr in die Wittekindshofer Werkstätten zu Brandschutzlehrgängen kommt. „In den Seminaren lernen wir, wie man bei Gefahr einen Raum verlässt, einen Notruf absetzt oder einen Feuerlöscher bedient. Noch wichtiger für den Ernstfall ist aber, dass die Mitarbeiter zusammen mit den Beschäftigten ganz praktisch die Fluchtwege üben", so Volker Dau. „Das war gute Arbeit im Vorfeld. Heute hat alles einfach sehr gut geklappt", lobte Günther Kaschube, Brandschutztechniker der Feuerwache Espelkamp.

Viele Menschen hatten beim Eintreffen der Feuerwehr die Wittekindshofer Werkstätten bereits verlassen. Die Einsatzkräfte halfen sofort mit, die übrigen an die Sammelplätze zu führen, während ein Atemschutztrupp die verrauchte Werkstatt durchsuchte. Durch wiederholte Ortsbegehungen fiel den Feuerwehrmännern und -frauen die Orientierung nicht schwer. „Ganz wichtig sind die Toiletten. Immer wieder schließen sich Menschen mit Behinderung hier ein, wenn sie das Alarmsignal hören. Auch ihr habt heute jemanden in den Sanitärräumen gefunden", mahnte Brandschutztechniker Günther Kaschube.

Nach der Übung lobten Manfred Hellman, der als Bereichsleiter für die Betriebsstätte Benkhausen der Wittekindshofer Werkstätten verantwortlich ist, Einsatzleiter Michael Dresing und Brandschutztechniker Günther Kaschube einhellig das überarbeitete und jetzt erprobte Fluchtwegekonzept. „Mit dem neuen zweiten Sammelplatz: müssen die Menschen mit dem Rollator nicht so weit laufen. Wir haben weniger Überschneidungen des Fluchtweges und des Angriffsweges der Feuerwehr. Trotzdem können sich die Menschen an beiden Sammelplätzen unterstellen, wenn sie bei schlechtem Wetter länger warten müssen. Und es erleichtert die Übersicht, wenn an einem Sammelplatz nicht ganz so viele Menschen sind. Wir müssen darauf achten, dass niemand in die Werkstatt zurück läuft", erklärte Volker Dau.

Nach rund 45 Minuten war auch die Nachbesprechung zur Räumungsübung abgeschlossen. und der Zug West der Freiwilligen Feuerwehr Espelkamp konnte pünktlich zum Anpfiff des Fußballweltmeister-schaftsspiels abrücken. Mit dem Erfolg in Benkhausen hatten alle Beteiligten wenigstens einen Erfolg an diesem für Deutschland schwarzen Fußballfreitag miterlebt.

Text. Anke Marholdt, Wittekindshof

Eine Bilderserie zur Räumungsübung finden Sie auf der Website der Stiftung Wittekindshof.    mehr...