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Hohe
Flammen, dichter Qualm der jede Sicht versperrt und große Hitze schlug
den Einsatzkräften beim Innenangriff entgegen. Doch glücklicherweise
handelte es sich dabei nicht um einen realen Einsatz, sondern „nur“
eine Übung in einer mobilen Brandsimulationsanlage, die aber dennoch die
Wehrleute an ihre physischen und psychischen Grenzen heranführte.
Ein
Wochenende lang stand die Anlage an der Feuerwache in Espelkamp den
Wehrleuten zur Verfügung. Rund neunzig Einsatzkräfte der Espelkamper
Wehr nutzten die Gelegenheit um an der nicht alltäglichen
Ausbildungsveranstaltung teilzunehmen.
Beim
Übungsobjekte handelt es sich um einen Sattelzug mit einem aufgebauten
Übungscontainer. Dieser bietet auf einer Grundfläche von 42 m² zwei
Brandräume, die an den verschiedenen Brandstellen mit Gas befeuert
werden. Die Auswahl der Brandstellen entspricht realitätsnahen
Verhältnissen wie sie jederzeit auch in der Praxis möglich sind.
In
der Übungsanlage, werden verschiedene Brandszenarien dargestellt. Mit
Hilfe von gasbefeuerten Attrappen wie zum Beispiel einer Gasflasche,
einer Elektroverteilung oder einer Küche, müssen die Einsatzkräfte das
Feuer richtig bekämpfen und die erforderliche Einsatztaktik anwenden.
Nur bei einem korrekten Vorgehen lassen die computergesteuerten Sensoren
das Feuer erlöschen. Physische und psychische Belastungen der
Übungsteilnehmer, ausgelöst durch Hitze, mehrere offene Feuer,
Wasserdampf, Rauch und einer eingespielten Geräuschkulisse sowie die
unbekannten Räumlichkeiten verursachte bei vielen Teilnehmern eine
gewisse Stresssituation.
Zuerst fand eine theoretische Einweisung statt, bei der vor allem auf
das richtige Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung und das Vorgehen
mit einem Hohlstrahlrohr eingegangen wurde. Danach rüsteten sich die
Trupps mit den Atemschutzgeräten aus. Vorgegangen wurde immer in zweier
Trupps plus einen Ausbilder. Während eines Durchganges, der ca. 20
Minuten dauerte und das alles bei großer Hitze (bis 400 Grad), gab der
Ausbilder Ratschläge und Tipps für die Brandbekämpfung und das richtige
Verhalten bei einem Innenangriff.
Der
Eingang zum Übungsobjekt befand sich auf dem Dach des Containers. Der
erste Brand war ein simulierter Kellerbrand, bei welchem dem
Angriffstrupp beim Betreten der "Kellertreppe" die Flammen schon
entgegenschlugen. Der entstehende Wasserdampf, durch das Löschen von
oben nahm die Sicht. Konnte in dieser Situation ein Team das Erlöschen
der Brandstelle nicht erwarten und stieg ohne Sicherung des Rückzugs
durch das Feuer nach unten, um den Brand aus der Nähe zu bekämpfen,
wurde die Übung unterbrochen und der Trupp musste neu beginnen.
Als
zweite Brandstelle wurde ein Werkstattbrand simuliert, bei dem es galt
eine Gasflasche fachgerecht zu kühlen und das Ventil zu schließen.
Als
nächstes musste eine Tür zum zweiten Brandraum geöffnet werden (heiße
Tür). Der Trupp sollte sich dabei tief am Boden befinden und zunächst
mit Sprühstrahl die Tür kühlen. Nach dem Betreten des nächsten Raumes
kam die gefürchtete Flash-Over Simulation. Der Angriffstrupp sollte
dabei ebenfalls tief vom Boden aus mit Sprühstrahl gegen die Decke den
Flash-Over bekämpfen.
In
einer weiteren Situation galt es in der Küche eine brennende Friteuse zu
löschen. Wurde dieser "Fettbrand" zum Beispiel mangels Sicht nicht als
solcher erkannt und Wasser als Löschmittel eingesetzt, wurde automatisch
eine Fettexplosion ausgelöst. Nachdem der Trupp mit einem
danebenliegender Deckel endlich den "Fettbrand" erstickt hatte, kam das
erlösende Kommando "Rückzug".
Mehr
oder weniger geschafft, kamen die Trupps aus dem Übungscontainer.
Anschließend gab es für die Trupps jeweils ein Abschlussgespräch mit
dem Übungsbeobachter über den durchgeführten Einsatz.
Die
Teilnehmer bewerteten die Ausbildungsveranstaltung durchweg positiv und
sahen darin eine wertvolle Erfahrung für den richtigen Einsatz.
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